Jojobaöl wird in der Massagewelt immer beliebter – und das aus gutem Grund. Es ist technisch gesehen kein Öl, sondern ein flüssiges Wachs, was ihm einige einzigartige Eigenschaften verleiht, die andere Öle nicht haben. Hier erfahren Sie alles, was Sie über Jojobaöl für Massagen wissen müssen.
Was ist Jojobaöl?
Jojoba (ausgesprochen „ho-ho-ba“) ist ein Strauch, der in trockenen Gebieten Nordamerikas wächst. Aus den Samen wird eine Flüssigkeit gepresst, die wie Öl aussieht, chemisch gesehen aber ein flüssiges Wachs ist. Das klingt nach einem Detail, macht aber einen großen praktischen Unterschied: Flüssiges Wachs oxidiert kaum, wird dadurch nicht so schnell ranzig und hat eine besonders lange Haltbarkeit von zwei Jahren oder mehr.
Warum ist Jojobaöl besonders für Massagen geeignet?
Jojoba ähnelt von allen Pflanzenölen am meisten dem Sebum, dem natürlichen fettigen Stoff, den unsere Haut selbst produziert. Dadurch erkennt die Haut das Öl als „eigen“ an und nimmt es leicht auf, ohne die Poren zu verstopfen. Das hat einige direkte Vorteile für die Massage:
- Zieht während der Massage kaum ein – Jojoba bildet einen dünnen Schutzfilm auf der Haut, ohne zu schnell einzuziehen. Sie behalten länger eine gute Gleitwirkung.
- Kein fettiges Gefühl danach – nach der Massage fühlt sich die Haut genährt und weich an, nicht klebrig oder schlüpfrig.
- Ideal für empfindliche und zu Akne neigende Haut – da Jojoba die Poren nicht verstopft, ist es eines der wenigen Öle, die Sie bedenkenlos bei Klienten mit problematischer Haut verwenden können.
- Hypoallergen – Jojoba enthält keine Triglyceride wie andere Pflanzenöle, wodurch es selten allergische Reaktionen hervorruft.
Jojoba vs. Mandelöl – was sind die Unterschiede?
Mandelöl ist das am häufigsten verwendete Massageöl und eine ausgezeichnete Wahl für die meisten Behandlungen. Aber Jojoba hat einige spezifische Vorteile, die es in bestimmten Situationen zur besseren Wahl machen:
- Haltbarkeit – Mandelöl ist 6 bis 12 Monate haltbar, Jojoba 2 Jahre oder länger.
- Empfindliche Haut – bei Klienten mit empfindlicher, zu Akne neigender oder zu Ekzemen neigender Haut schneidet Jojoba oft besser ab als Mandelöl.
- Absorption – Mandelöl zieht etwas schneller ein als Jojoba. Für längere Massagen, bei denen Sie mehr Kontrolle wünschen, bietet Jojoba etwas mehr Spielraum.
- Preis – Jojoba ist teurer als Mandelöl. Für den täglichen Gebrauch in großen Mengen ist Mandelöl kostengünstiger.
Wie verwendet man Jojobaöl bei Massagen?
Jojobaöl verwenden Sie auf die gleiche Weise wie andere Massageöle: 5 bis 8 ml pro Behandlungsbereich, vorgewärmt auf ca. 45 °C. Da Jojoba etwas langsamer einzieht als Mandelöl, benötigen Sie manchmal etwas weniger – beginnen Sie mit einer kleinen Menge und gießen Sie bei Bedarf nach.
Erwärmen Sie das biologische Jojobaöl immer vor der Anwendung. Kaltes Öl löst einen Schreckreflex aus und vermindert direkt die entspannende Wirkung der Massage. Bei 45 °C verteilt sich das Öl geschmeidiger, zieht gleichmäßiger ein und das Erlebnis für Ihren Klienten ist deutlich angenehmer.
Kann man Jojobaöl mit ätherischen Ölen mischen?
Ja – und Jojoba eignet sich dafür sogar hervorragend. Der neutrale Geruch und die stabile Zusammensetzung machen es zu einem idealen Trägeröl. Da Jojoba langsam in die Haut einzieht, bleiben die ätherischen Öle länger auf der Haut aktiv – ein Vorteil bei der Aromatherapie. Verwenden Sie das gleiche Verhältnis wie bei anderen Basisölen: 2 bis 3 % ätherisches Öl auf die Gesamtmenge.
Wenn Sie mit ätherischen Ölen arbeiten, stellen Sie die Heizung auf 38 bis 42 °C ein, damit die Aromamoleküle intakt bleiben.
Für welche Massagestile ist Jojobaöl geeignet?
- Gesichtsmassage – Jojoba verstopft die Poren nicht, wodurch es eines der wenigen Öle ist, die Sie sicher im Gesicht anwenden können.
- Aromatherapie-Massage – die langsame Absorption hält ätherische Öle länger aktiv.
- Entspannungsmassage bei empfindlicher Haut – hypoallergen und hautfreundlich.
- Kopf- und Kopfhautmassage – leicht genug, um sich nicht schwer im Haar anzufühlen.
Worauf achten Sie beim Kauf von Jojobaöl?
Wie bei anderen Massageölen gibt es drei wichtige Kriterien: 100 % rein (keine Mischungen), kaltgepresst (Erhaltung der Nährstoffe) und vorzugsweise biologisch zertifiziert. Billiges Jojobaöl wird manchmal mit anderen Ölen verdünnt oder warmgepresst – das sieht man nicht direkt, merkt es aber an der Qualität und Haltbarkeit.
















