Eine gute Massage hängt nicht nur von der Technik ab. Das verwendete Öl bestimmt maßgeblich, wie angenehm sich eine Massage anfühlt, wie sanft die Hände über die Haut gleiten und wie gepflegt sich die Haut danach anfühlt. Dennoch wird dies in vielen Blogs eher beiläufig behandelt, obwohl gerade die Wahl des richtigen Öls einen großen Unterschied im gesamten Massageerlebnis ausmacht.
Professionelle Masseure achten daher nicht nur auf den Duft oder darauf, was sich „gut anfühlt“, sondern vor allem auf drei wichtige Eigenschaften eines Massageöls: die Viskosität, die Absorptionsgeschwindigkeit und die Oxidationsstabilität. Das mag technisch klingen, sind aber eigentlich sehr praktische Punkte. Sie bestimmen, wie lange man massieren kann, wie schwer oder leicht sich ein Öl anfühlt, wie nährend es für die Haut ist und wie lange das Öl haltbar bleibt.
In diesem Blog erklären wir die Unterschiede zwischen sechs häufig verwendeten natürlichen Massageölen: Mandelöl, Jojobaöl, Traubenkernöl, Sesamöl, Aprikosenkernöl und MCT-Öl. So können Sie viel besser bestimmen, welches Öl am besten zu Ihren Vorlieben, Ihrem Hauttyp oder Ihrer Art der Massage passt.
Warum die Struktur eines Massageöls wichtig ist
Nicht jedes Öl verhält sich auf der Haut gleich. Manche Öle sind dünn und leicht, andere wiederum reicher und voller. Das hängt alles mit der Struktur des Öls selbst zusammen. Eine Masseurin oder ein Masseur spürt das sofort während der Arbeit: Das eine Öl bietet viel Gleitfähigkeit und bleibt lange auf der Haut, während ein anderes Öl schneller einzieht und sich weniger fettig anfühlt.
Daher werden bei Massageölen oft drei Eigenschaften betrachtet: Viskosität, Absorptionsgeschwindigkeit und Oxidationsstabilität. Gemeinsam bestimmen sie, wie ein Öl in der Praxis wirkt.
Was ist Viskosität?
Viskosität bedeutet vereinfacht ausgedrückt, wie dick oder dünn ein Öl ist. Das hat direkten Einfluss darauf, wie sich das Öl während einer Massage anfühlt. Ein dünnes Öl verteilt sich schnell auf der Haut und fühlt sich oft leicht an. Ein dickeres Öl bleibt länger auf der Haut und spendet meist mehr Pflege und mehr „Körper“ während der Massage.
Öle mit geringer Viskosität werden oft für Sportmassagen oder für Menschen gewählt, die kein fettiges Hautgefühl mögen. Sie ziehen meist schneller ein und fühlen sich leichter an. Der Nachteil ist jedoch, dass man bei längeren Massagen schneller erneut Öl auftragen muss. Traubenkernöl ist ein gutes Beispiel dafür.
Öle mit mittlerer Viskosität bilden oft den angenehmsten Mittelweg. Sie bieten ausreichende Gleitfähigkeit, ziehen nicht zu schnell ein und fühlen sich angenehm auf der Haut an. Mandelöl, Aprikosenkernöl und Jojobaöl fallen meist in diese Kategorie und sind daher beliebt für den Allround-Einsatz.
Öle mit höherer Viskosität sind reichhaltiger und bleiben länger auf der Haut. Das macht sie geeignet für lange Entspannungsmassagen oder Massagen, bei denen die Haut zusätzliche Pflege benötigt. Sesamöl ist ein gutes Beispiel dafür.
Warum manche Öle schneller einziehen als andere
Wie schnell ein Öl einzieht, hängt größtenteils von der Fettsäurezusammensetzung ab. Die Hautbarriere besteht selbst zu einem großen Teil aus Fetten, und einige Öle passen besser dazu als andere. Öle, die leichter aufgebaut sind oder besser zur natürlichen Hautbarriere passen, werden oft schneller aufgenommen und fühlen sich dadurch weniger fettig an.
Jojobaöl ist in dieser Hinsicht besonders. Technisch gesehen ist es eigentlich kein klassisches Öl, sondern ein flüssiges Wachs. Die Zusammensetzung ähnelt stark dem natürlichen Talg der Haut. Dadurch wird Jojobaöl oft gut von der Haut akzeptiert, zieht relativ schnell ein und fühlt sich weniger schwer an, als man vielleicht erwarten würde.
Mandelöl wirkt anders. Dieses Öl enthält relativ viel Ölsäure und ist bekannt für seine geschmeidige Gleitfähigkeit. Dadurch bleibt das Öl länger auf der Haut und ist sehr angenehm für längere Entspannungsmassagen. Dieses langsamere Einziehen ist also nicht unbedingt ein Nachteil; es ist gerade einer der Gründe, warum so viele Masseure gerne mit Mandelöl arbeiten.
Traubenkernöl hingegen enthält mehr Linolsäure und fühlt sich dadurch leichter an. Das macht dieses Öl beliebt für Sportmassagen oder für Menschen, die ein weniger fettiges Finish bevorzugen. Die Kehrseite ist, dass das Öl während der Massage auch weniger lange „offen“ bleibt.
Oxidation: ein wichtiger, aber oft vergessener Punkt
Bei Massageöl wird viel über Hautgefühl und Gleitfähigkeit gesprochen, aber die Oxidation ist mindestens genauso wichtig. Oxidation ist der Prozess, bei dem Fettsäuren im Öl unter dem Einfluss von Sauerstoff, Wärme und Licht abgebaut werden. Wenn das passiert, kann ein Öl ranzig riechen, für die Haut weniger angenehm werden und schneller verderben.
Für den Heimgebrauch ist das bereits relevant, aber für professionelle Massagepraxen noch viel mehr. Besonders wenn ein Öl regelmäßig geöffnet oder in einem wärmeren Raum verwendet wird, spielt die Stabilität eine große Rolle für die Haltbarkeit.
Öle mit vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind im Allgemeinen anfälliger für Oxidation. Traubenkernöl ist ein bekanntes Beispiel dafür. Das erklärt auch, warum dieses Öl sich zwar sehr angenehm leicht anfühlt, aber weniger stabil ist als beispielsweise Jojobaöl oder MCT-Öl.
Andererseits gibt es Öle, die gerade für ihre hohe Oxidationsstabilität bekannt sind. Jojobaöl oxidiert kaum, da es im Grunde ein flüssiges Wachs ist. MCT-Öl ist ebenfalls sehr stabil, da es hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren besteht. Dadurch bleibt dieses Öl lange haltbar und eignet sich hervorragend als neutrale Basis in Massageölen.
Die Eigenschaften der verschiedenen Massageöle
Mandelöl
Mandelöl ist eines der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Massageöle weltweit. Das ist nicht ohne Grund so. Das Öl hat eine angenehme mittlere Viskosität, gleitet geschmeidig über die Haut und zieht relativ langsam ein. Dadurch eignet sich Mandelöl besonders gut für längere Entspannungsmassagen, bei denen man nicht ständig neues Öl auftragen möchte.
Darüber hinaus ist Mandelöl für seinen pflegenden Charakter bekannt. Das Öl enthält unter anderem Vitamin E und nährende Fettsäuren, wodurch sich die Haut nach der Massage weich und geschmeidig anfühlt. Für Wellnessmassagen und allgemeine Entspannungsmassagen ist dies oft der klassische Favorit.
Jojobaöl
Jojobaöl nimmt einen besonderen Platz unter den Massageölen ein. Obwohl es meist als Öl bezeichnet wird, ist es technisch gesehen ein flüssiges Wachs. Gerade dadurch ähnelt die Struktur stark dem natürlichen Hautfett. Das macht Jojobaöl interessant für Menschen mit empfindlicher Haut, einer Haut, die schnell aus dem Gleichgewicht gerät, oder einer Haut, die schneller auf reichhaltigere Öle reagiert.
Das Öl zieht relativ gut ein, fühlt sich weniger fettig an als viele andere pflanzliche Öle und verstopft die Poren meist nicht. Darüber hinaus ist Jojobaöl sehr stabil, weshalb es oft auch Mischungen zugesetzt wird, um die Haltbarkeit eines Massageöls zu verbessern.
Traubenkernöl
Traubenkernöl ist wegen seiner leichten Textur beliebt. Das Öl fühlt sich dünn an, verteilt sich leicht auf der Haut und zieht schneller ein als beispielsweise Mandelöl. Das macht es beliebt für Sportmassagen, kurze Massagen oder Behandlungen, bei denen ein weniger fettiges Hautgefühl gewünscht ist.
Da Traubenkernöl relativ reich an Linolsäure ist, fühlt sich dieses Öl leicht und frisch auf der Haut an. Gleichzeitig ist dies auch einer der Gründe, warum das Öl anfälliger für Oxidation ist. Es ist also ein feines Öl für alle, die ein leichtes Massageöl suchen, aber ein Öl, bei dem die richtige Lagerung besonders wichtig ist.
Sesamöl
Sesamöl wird seit Jahrhunderten in traditionellen ayurvedischen Massagen verwendet und hat einen reichhaltigeren und etwas volleren Charakter als viele andere Massageöle. Das Öl bleibt länger auf der Haut und wird oft wegen des nährenden und leicht wärmenden Gefühls geschätzt, das es während einer Massage vermittelt.
Dadurch ist Sesamöl besonders beliebt bei tieferen Entspannungsmassagen, Massagen in kälteren Jahreszeiten oder Behandlungen, bei denen die Haut etwas zusätzliche Pflege gebrauchen kann. Im Vergleich zu leichteren Ölen fühlt sich Sesamöl reichhaltiger an, was für den einen luxuriös und für den anderen etwas schwerer sein kann.
Aprikosenkernöl
Aprikosenkernöl ähnelt in vielerlei Hinsicht Mandelöl, fühlt sich aber meist etwas leichter und eleganter auf der Haut an. Das macht dieses Öl sehr beliebt bei Gesichtsmassagen und bei Menschen mit empfindlicher Haut. Auch bei Schwangerschaftsmassagen oder sanfteren Behandlungen wird Aprikosenkernöl aufgrund seines milden Charakters oft gewählt.
Das Öl hat eine mittlere bis mittelleichte Viskosität, zieht etwas schneller ein als Mandelöl und ist bekannt als sanft und hautfreundlich. Für alle, denen Mandelöl manchmal etwas zu reichhaltig ist, ist Aprikosenkernöl oft eine sehr angenehme Alternative.
MCT-Öl
MCT-Öl ist ein modernes, neutrales Öl, das meist aus Kokosöl gewonnen wird. Dieses Öl ist geruchlos, farblos und sehr stabil. Daher wird MCT-Öl zunehmend in professionellen Massageölen und in Mischungen verwendet, bei denen Haltbarkeit und eine neutrale Basis wichtig sind.
Das Öl fühlt sich leicht an, hinterlässt wenig Geruch und oxidiert kaum. Das macht es sehr praktisch in der Anwendung, besonders für Profis, die ein stabiles Basisöl wünschen, das lange haltbar ist und sich gut mit anderen Ölen kombinieren lässt.
Vergleich von Massageölen
| Öl | Viskosität | Einziehen | Oxidationsstabilität |
|---|---|---|---|
| Mandelöl | Mittel | Langsam | Durchschnittlich |
| Jojobaöl | Mittel | Durchschnittlich | Sehr hoch |
| Traubenkernöl | Leicht | Schnell | Niedriger |
| Sesamöl | Mittel-dick | Durchschnittlich | Gut |
| Aprikosenkernöl | Mittel-leicht | Durchschnittlich | Durchschnittlich |
| MCT-Öl | Leicht | Durchschnittlich | Sehr hoch |
Welches Massageöl verwenden professionelle Masseure?
Es gibt eigentlich kein einziges perfektes Massageöl. Jedes Öl hat seine eigenen Stärken und wird daher in verschiedenen Situationen eingesetzt. Professionelle Masseure achten meist nicht nur auf eine Eigenschaft, sondern gerade auf das Gleichgewicht zwischen Gleitfähigkeit, Hautpflege, Absorption und Stabilität.
Mandelöl wird oft als Basisöl gewählt, weil es sich geschmeidig massieren lässt und angenehm lange auf der Haut bleibt. Dadurch ist es eine logische Wahl für Entspannungsmassagen und Wellnessbehandlungen. Wenn ein milderes, etwas leichteres Öl gewünscht ist, beispielsweise für Gesichtsmassagen oder empfindliche Haut, wird Aprikosenkernöl oft als angenehme Alternative angesehen.
Jojobaöl wird gerade wegen seiner hautfreundlichen Eigenschaften und der hohen Stabilität geschätzt. Traubenkernöl kommt wiederum gut zur Geltung, wenn eine leichtere Textur gewünscht ist, beispielsweise bei Sportmassagen oder wenn das Öl schneller einziehen soll. Sesamöl passt gut zu Massagen, bei denen Pflege, Wärme und Entspannung im Mittelpunkt stehen, während MCT-Öl vor allem als stabile, neutrale Basis interessant ist, die lange haltbar bleibt.
In der Praxis entscheiden sich viele Profis daher nicht für ein einzelnes Öl, sondern für eine Kombination verschiedener Öle. So entsteht ein Massageöl, das sich angenehm massieren lässt, die Haut pflegt und gleichzeitig stabil in der Anwendung bleibt.
Fazit
Welches Massageöl das beste ist, hängt also vor allem davon ab, was Ihnen wichtig ist. Suchen Sie viel Gleitfähigkeit und ein klassisches Wellness-Öl, dann ist Mandelöl eine gute Wahl. Wünschen Sie ein hautfreundliches Öl, das gut zu empfindlicher Haut passt, dann sind Jojobaöl und Aprikosenkernöl interessant. Suchen Sie ein leichtes Öl für Sportmassagen, dann ist Traubenkernöl naheliegender. Und wenn Stabilität und Haltbarkeit wichtig sind, ist MCT-Öl eine besonders praktische Basis.
Gerade deshalb arbeiten viele professionelle Masseure mit verschiedenen Massageölen oder mit einer Mischung. So können sie die Eigenschaften mehrerer Öle in einem Massageprodukt kombinieren, das angenehm wirkt und sich gut auf der Haut anfühlt.
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Die Temperatur von Massageöl spielt ebenfalls eine große Rolle für das gesamte Massageerlebnis. Zu kaltes Öl fühlt sich oft unangenehm auf der Haut an, während zu warmes Öl unangenehm oder sogar unsicher sein kann.
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Möchten Sie mehr darüber erfahren? Dann lesen Sie auch unseren Blog über die ideale Temperatur für Massageöl und wie man es sicher erwärmt.
















